Alarmzeichen

Diese Woche präsentierte Georg Spiegelfeld, Präsident des Immobilienring Österreich, eine aktuelle Studie zur Frage, „Wie viel Wohnen kann sich die Mittelschicht noch leisten?“. Die Antwort gleich vorweggenommen: Immer weniger.

Die Immobilienpreise für Wohnen hätten sich immer stärker vom verfügbaren Einkommen entkoppelt. Von den steigenden Belastungen ist nun auch vermehrt die Mittelschicht betroffen. Konnte sich diese 2006 mit zehn Jahresnettogehältern noch locker eine etwa 120-Quadratmeter-Wohnung in der Stadt leisten, so sind es 2018 nur noch rund 75 Quadratmeter. „Die benötigten Finanzierungsmittel für Wohneigentum werden auch für die Mittelschicht immer höher und sind in den letzten zehn Jahren um rund 100.000 Euro angewachsen“, rechnet Spiegelfeld vor. Rund die Hälfte ihres monatlichen Einkommens muss die Mittelschicht für die Miete einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit guter Ausstattung in mittelguter Lage bereitstellen.

Wer in Österreich um die 3.000 Euro brutto verdient, zählt zur guten Mittelschicht. Das Einkommen dieser stagnierte in den letzten zehn Jahren oder hat sogar einen Reallohnverlust erlitten. Selbstnutzer und Kapitalanleger machen sich im Segment Eigentumswohnungen Konkurrenz. Auch sogenannte „Forward-Deals“ kommen zunehmend zum Einsatz. Das führt teilweise zu Preisschüben bei Mieten im Neubau. Die Konsequenz: Die Eigentumsquote, die in Österreich mit 48 Prozent ohnehin schon niedrig ist, ist weiter rückläufig.

Dass es für die Mittelschicht des drittreichsten Landes der Europäischen Union immer schwieriger wird, sich eine Eigentumswohnung leisten zu können, sollte die Alarmglocken schrillen lassen.